EU3 ECU macht Probleme

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fofi144
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Servus,

ich kämpfe derzeit mit ernsthaften ECU Problemen. Nach dem starten des Motors wird keine Leerlaufdrehzahl gehalten und der Motor geht aus. Manchmal wegen der Wegfahrsperre, manchmal wegen der ECU. Wenn es nur die ECU ist, dann kann man die Drehzahl per Gaspedal stabil halten und nach 10 Sekunden übernimmt die ECU wieder. Wenn aber einmal die Wegfahrsperre drin ist, dann kommt man nie in den Leerlauf. Also habe ich mal das Oszi am Starter und an der Batterie angeklemmt, da ich den Fehler in der Spannungsversorgung vermute.

Batterie: Spannung bricht von 13V auf 6V ein bei der ersten Umdrehung des Anlassers (ca 10-20ms lang). Dann während des Orgelns bleibt sie ca bei 7,5V (+-0,5V).

Anlasser Das selbe wie bei der Batterie, nur geht über den FIA Schalter und das Kabel 1V verloren. Also 5V kurzzeitig und 6,5V Spannung beim Orgeln.

Das Problem ist also klar. Die ECU steigt bei so einem starken Spannungseinbruch aus, startet neu und kommt manchmal dann wieder (und hält dann auch über das IACV den Leerlauf). Manchmal aber bewirkt der Einbruch auch ein aktivieren der Wegfahrsperre. Im Falle der EU3 MEMS im Caterham scheint dadurch einfach das IACV deaktiviert zu sein. Wenn man das Standgas manuell erhöht (über die Schraube am Schmetterlingsventil), dann fährt die Kiste perfekt....hält halt keinen Leerlauf :lol: . Aber beide "Lösungen" sind dezent gesagt nervig.


Potentielle Lösungsvorschläge:
1) Lithiumbatterie mit niedrigem Innenwiderstand verwenden. Der Spannungseinbruch ist geringer und alles geht wieder. Testweise habe ich eine LKW Batterie an den Caterham geklemmt und siehe da....er springt sofort und zuverlässig an. Eine neue Banner Starterbatterie habe ich getestet, aber hat nichts gebracht. Es muss also was mit noch niedrigerem Innenwiderstand her. Negative Seite ist natürlich der Preis. Eine halbwegs brauchbare Lifepo4 kostet 300€. Obwohl ich E-Ing. bin will ich auch kein Pack selber zusammenbauen, weil ich mir nicht sicher bin wie das im Versicherungsfall aussieht. Sollte die Kiste wegen irgendwas anderem brennen, dann schieben sie es vllt. darauf.

2) Der Starter Motor. Ich habe den Brise Starter verbaut, der auch an sich sehr zuverlässig ist. Nur liest man schon in vielen engl. Foren von genau solchen Problemen mit dem Starter. Der Anlaufstrom ist einfach zu hoch für so eine kleine Rasenmäherbatterie. Brise selbst ist sich auch dem Problem bewusst, aber da es nur vereinzelt Fahrzeuge betrifft scheint es sie nicht zu stören.

3) FIA Switch ausbauen und möglichst kurze Kabel legen. Das würde ich aber ungerne machen, da ein Killswitch manchmal ganz praktisch sein kann.


Was denkt ihr? Hatte jemand mit ner EU3 MEMS schon ähnliche Probleme? Hat noch jemand andere Vorschläge?

Gruß,
Flo


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fofi144
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Update:

Ich gehe wahrscheinlich den Weg über Lifepo4.

JWM aus UK bietet folgende Batterie an:
https://jackwebbmotorsport.co.uk/JWM-PS ... p164835009

Die Kunden scheinen damit sehr zufrieden zu sein. Da die Batterien nahezu alle aus 2 großen Werken in CN kommen, war es klar dass die auf dem chinesischen Markt zirkulieren. Nach ein paar Minuten habe ich dann auch schon den ersten Händler gefunden der die anbietet:

https://de.aliexpress.com/item/33031182 ... web201603_


Die ist jetzt mal bestellt und kommt testweise rein. Ein Batteriehalter ist schnell gelasert und gekantet falls das Teil passt. Das ist auf jeden Fall weniger Arbeit als Starter oder Verkabelung zu tauschen.

Gruß,
Flo


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carsten_drechsler
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Ich würde den FIA Notaus raus machen und kurze, dickere Kabel (auch Masse) mit neuen Kontakten verlegen.
Der "relativ" dünne Querschnitt und die Kontakte machen über die Jahre durch die Hitze vom Krümmer auch mal Probleme.
Wenn ein Hauptschalter vom Innenraum erreichbar sein soll, wäre das eine elegante Alternative, ohne Hauptstromkabel in der Alukiste.
https://www.isa-racing.com/elektrikelek ... tschalter/


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fofi144
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Kontakte habe ich alle neu gemacht. Das war das aller erste das ich im Verdacht hatte. Aber eigentlich ist die Strecke zum FIA und wieder zurück halb so schlimm. Es fallen fallen 1V ab, was recht wenig bei dem hohen Startstrom ist.

Aber du hast schon Recht. Sollte das Problem mit neuer Batterie immer noch da sein, dann schmeiß ich den Notaus raus und spendiere dem ganzen etwas mehr Querschnitt. 1V mehr könnte den ganzen schon etwas mehr Zuverlässigkeit geben


Hallo
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Moin,

hab wenig Ahnung von Elektro...
Könnte man evtl. eine kleine zusätzliche Batterie für die ECU verbauen, um die Zeit für den Startvorgang zu überbrücken?
Damit die nicht ständig belastet wird, vielleicht mit nem Schalter versehen oder übers Zündschloss schalten, gfs. in Verbindung mit einem Zeitrelais, welches dann nach ein paar Sekunden wieder trennt?

Nur mal so ins Blaue gedacht...


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carsten_drechsler
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Eine weitere Fehlerquelle könnte das Rover MF(R)U sein.
In dem Relaiskasten sind alle Relais für Ecu, Starter, Spritpumpe vereint.
Kenne Fälle, da hat nur eine neue MFU bzw. ein Tausch gegen einzelne Relais die Startprobleme gelöst.
Querschnitt, Kabellänge und Kontakte spielen überwiegend beim Starten mit heißem Motor eine Rolle.

Grüße


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fofi144
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Hi carsten,

Das MFRU hab ich heute unter Last durchgemessen. Innenwiderstände sind gering, alle Relais schalten wie sie sollen. Also das Ding kann ich ausschließen. Ich habe nun die Masseverkabelung neu gemacht und testweise den FIA übergangen (kurzes Kabel zum Starter, also parallel zum FIA Kreislauf). Funktioniert deutlich besser, aber die Batterie bricht immer noch zu stark ein.

Ich kann jetzt, nachdem ich alles getestet habe, feststellen dass die Batterie das Hauptproblem ist. Die bricht einfach so weit ein, dass da nicht mehr viel Luft ist. Die ganzen anderen Komponenten, wie Kabel, FIA, Steckverbinder, Relais, Masseband verlieren in Kombination auch 1-1,5V beim Startstrom, aber das ist vollkommen im normalen Rahmen.

Dann warten wir mal auf den Lifepo :D


@Hallo: Grundsätzlich würde sowas mit einem fetten Elko oder Gold Cap gehen, aber macht am Ende des Tages keinen Sinn. Ist nur unnützes Gewicht und umgeht nur das unterliegende Problem.


Merlin
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Hallo fofi

hast du die batterie schon bekommen? Was kannst du zu dieser sagen?

Gruss


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fofi144
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Servus,

da das Getriebe raus musste hat das ganze etwas gedauert. Also ich habe jetzt die "China Lifepo Batterie" drin. Das Ding funktioniert hervorragend und damit springt die Karre auch sofort an.

Aus Sicherheitsbedenken habe ich die Batterie mal zerlegt. Kurz kann man sagen, dass das Ding weder besser noch schlechter ist als die Mittelklasse Lifepos die meistens so in den Caterhams verbaut wurden. Kein Wunder....die kommen ja auch aus Fernost. Das Ding hat wirklich ein BMS, mit dem häufig verwendeten R5432V405BA Chip. Damit ist es gegen Überladen, Unterspannung und Kurzschluss geschützt. Balancen tut es auch während des Ladens und Entladens.

Einzige Kritikpunkte:
- Das Batteriegehäuse ist ein Spritzgussteil, das eigentlich für eine normale Nasszelle gedacht war. Dadurch befinden sich oberhalb die 6 Einfüll-Löcher in die normal die Säure reinkommt. Diese wurden mit Heißkleber verschlossen. Darüber wurde eine Blende mit Spannungsanzeige gesetzt, die ebenfalls mit Heißkleber montiert wurde. Ist totaler Pfusch. Es ist kein Sicherheits-Problem, aber mit der Zeit hat man die Pampe überall. Sonst wurde überall vernünftiger Kleber verwendet, nur eben dort nicht. Warum? Chinesen lieben einfach Heißkleber

- Es gibt keine Ladeelektronik. Das ist bei nahezu allen Lifepo Autobatterien der Fall, aber trotzdem ist es deswegen keine gute Lösung. Die Zellen sollten nie stark entladen werden. Sollte es doch mal passieren, dann lädt man am besten über ein strombegrenztes Netzteil. Genauso wie vor dem ersten Einbau. Falls wen die genaue Erklärung interessiert ergänze ich das hier noch. Ansonsten ist das zu viel zu schreiben.


Die Batterie muss sich jetzt erstmal in den nächsten Monaten beweisen, aber die Ausgangsbasis macht einen guten Eindruck.


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